Als Reaktion auf die globale Finanz- und Wirtschaftskrise wurde Ende des Jahres 2010 von dem bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) angesiedelten Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht ein bankenregulatorisches Maßnahmenbündel (bekannt unter dem Namen „Basel III“) eingeführt, welches unter anderem höhere Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen für Banken vorsah. Die primäre Intention bestand darin, durch diese regulatorischen Maßnahmen die Stabilität des Bankensektors und seine Widerstandsfähigkeit im Krisenfall zu erhöhen und dadurch letztlich die Steuerzahler vor weiteren Belastungen im Zuge von Bankensanierungen und -abwicklungen zu schützen. Dieses als Empfehlung für nationale Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden gedachte Regelwerk wurde von der EU im Rahmen verschiedener Richtlinien und Verordnungen als für die Mitgliedsstaaten bindendes Recht übernommen.

Im Zuge einer geplanten Weiterentwicklung dieser „Empfehlungen“ wurde ein als „Basel IV“ bezeichneter Vorschlag vorgelegt, der u.a. für Banken auch höhere Risikogewichte für Unternehmensbeteiligungen im nicht-finanziellen Sektor vorsieht. Konkret sollten dabei aus Sicht des Baseler Ausschusses zukünftig Unternehmensbeteiligungen mit dem gleichen Risikogewicht wie Bankbeteiligungen versehen werden. Aus Sicht der Regulatoren des Baseler Ausschusses stellt diese abgeänderte Regelung ein taugliches Mittel dar, um gesamthaft eine adäquate Risikohinterlegung von Krediten und Finanzderivaten zu erreichen.

Um die Effekte einer derartigen künftigen Regelung für die österreichischen Banken, die historisch bedingt und im internationalen Vergleich gesehen ein hohes Engagement im Bereich der Unternehmensbeteiligungen aufweisen, zu untersuchen, wurden die Assetpositionen der Bankensektoren ausgewertet. Als Ergebnis wurde das zukünftig unter diesem vorgeschlagenen Regulierungsschema erforderliche Kernkapital bestimmt, und entsprechende Handlungsoptionen aufgezeigt.

Unser Methodenportfolio

  • Simulationsanalysen veränderter regulatorischer Rahmenbedingungen
  • Berechnungsmodelle der volkswirtschaftlichen Effekte

Ihr Ansprechpartner ist:
Foto Markus Fichtinger

Markus Fichtinger
Telefonnummer: +43 676 3200 405
E-Mail:
markus.fichtinger@economica.at